Architektur Jahresausstellung 2025
[not] my responsibility
Verantwortung in der Architektur beginnt lange vor dem ersten Entwurf. Sie zeigt sich in den Entscheidungen darüber, wer mitgestalten darf und wer über den Raum verfügt. Planung ist nie neutral, sondern geprägt von strukturellen Bedingungen, gesellschaftlichen Dynamiken und der Frage, wie Teilhabe organisiert wird. Wer trägt Verantwortung? Architekt*innen, Investor*innen, Nutzer*innen, Politik?
Mit diesen Fragen hat sich die AJA 2025 auseinandergesetzt. Wohnraum ist knapp und ungleich verteilt, ökonomische Rahmenbedingungen beeinflussen Gestaltung und bauliche Qualität, und gestalterische Entscheidungen stehen nie für sich. Im Umgang mit dem Bestand stellt sich die Frage, wie viel Gestaltungsspielraum darin liegt, das Bestehende weiterzudenken und sinnvoll zu transformieren, statt es einfach zu ersetzen.
Verantwortung lässt sich dabei selten eindeutig zuordnen. Sie entsteht im Zusammenspiel verschiedener Akteur*innen, wenn Interessen gegeneinander abgewogen, Lösungen ausgehandelt und Konsequenzen gemeinsam getragen werden. So stellt sich die Frage nicht nur im Entwurf, sondern in jedem Schritt des Prozesses: [not] my responsibility? Oder eben doch unsere gemeinsame Verantwortung.
Fotos © Nadine Reisen